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Melt! Festival, Ferropolis, 13.-15.07.2007

Dieses Jahr gingen wir besonders großzügig mit der Freinahme von der Schule um, denn es ging am Donnerstag schon um ca. 09:00 Uhr mit dem Zug ab Richtung Gräfenhainichen. Ein langer Weg lag vor uns. So ca. 8-9 Stunden fahrt. Wir hatten aber prima vorgesorgt und versüßten die Zugfahrt durch den Konsum von Alkohol. Nach 2-4 Stunden fahrt traf man im Zug auch auf weitere Festivalbesucher und somit verbrachte man den Rest der Fahrt zusammen mit den Jungs aus Warsingsfehn im Fahrradabteil. Wir konnten mit unserem Fahrradanhänger nämlich nur in soeinen Abteil. Das war schon ganz schön lustig.
Der Fahrradanhänger war voll mit Getränken und Sonstigem Schnickschnack. Alles wurde irgendwo am Wagen festgebunden und es war oft ziemlich schwer den Wagen in kleinen Bahnhöfen an die Gleise zu bekommen, aber wir hatten ja zum Glück nun einige Leute mehr, die mal hier und mal da, mit anpackten.
Um 17 Uhr blühte die Vorfreude noch mal in allen von uns auf. Mit viel Bier intus und guter Laune packte man die letzte Zugfahrtstunde im Nu. In Gräfenhainichen ging es raus. Zum Glück regnete es nicht. Der Himmel war zwar bewölkt, aber es herrschte eine angenehme Luft.
Erst hieß es, dass man uns vom Bahnhof abholt, aber der gewisse Herr brauchte wohl doch zu lange um sich fürs Festival fertig zu machen und somit liefen wir in Richtung „Ferropolis“ los. Die Leute aus Gräfenhainichen sagten alle andere Kilometerzahlen und somit hörten wir irgendwann auf danach zu fragen und liefen einfach den Schildern nach. Am schönen See, ca. gegenüber vom Festivalgelände, machten wir noch eine längere Pause.
Dann gings auch ratzfatz und wir waren an den ersten Zelten angekommen. Erst wollten wir uns zu den Leuten aus Warsingsfehn gesellen, aber dann siegte der Drang nach: Näher am Festivalgelände und näher am „Melt-Beach“. Also liefen wir noch mal 500m weiter und fanden unser Lager für die nächsten drei Nächte. Nun hieß es: Zelt aufbauen, Stühle testen, essen und Toiletten aufsuchen.
Der Donnerstag verlief dann nicht mehr so spannend weiter, denn uns alle plagten Kopfschmerzen und Müdigkeit und somit legten Anna und Linda sich ins Zelt. Samira und ich machten es uns noch vor dem Zelt gemütlich und genossen den Sternenhimmel. Wir rafften uns sogar noch mal auf und drehten eine Runde um den - nun noch - recht überschaubaren Zeltplatz.
Nächster Morgen: Ich war die Erste, die aus dem Zelt krabbelte, da es dort eindeutig zu warm wurde. Kurze Zeit später kam auch Anna aus dem Zelt und dann in Abständen Linda und Samira. Alle ziemlich verschlafen, aber dennoch freudig. Nun gab es erst mal Frühstück. Das hieß: Toast mit Käse, Nuss-Nugat-Creme, Frischkäse oder Ketchup. Guten Appetit.
Kurz nach dem Frühstück spannten wir unsere Planen zum Schutz vor Sonne oder Regen auf. Gutes Timing, denn kurz darauf kam auch schon ein Schauer herunter, der aber nicht von langer Dauer war. Die Sonne kam wieder heraus und es wurde heiß. Wir ölten in der Sonne und gingen ab und zu immer wieder als Abkühlung in den See. Der Kopfschmerz, vom Vortag war verflogen und somit gab es wieder Bier und/oder andere Getränke. So verflog der Nachmittag. Dazu fielen eine Menge schlechter Witze und ich glaube, Anna bekam manchmal davon zu viel. Samira und ich hingen oft einfach nur die ganze Zeit in unseren Stühlen und dachten uns komische Sachen aus. Mit Anfängen wie: „Was wäre, wenn...“ usw.
Nun endlich wurde es Abend. Um ca. 17:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Shuttle-Bus und waren dann um 17:30 Uhr endlich auf dem Festivalgelände. War eine ziemlich blöde Idee auf Barfuss zu gehen, denn überall lag so Rollsplitt und die Wege waren unheimlich aufgehitzt von der Sonne.
Um 18:00 Uhr eröffnete Olli Schulz die Mainstage und das mit viel Humor und guter Laune. Er machte sich zwar selber die ganz Zeit schlecht und meinte, dass er hier gar nicht herpassen würde, bei der ganzen Elektromusik und so, aber das störte nicht weiter.
Nach Olli Schulz ging es noch mal schnell zurück zum Zelt, denn wir brauchten Schuhe und Bier. Leider verpassten wir dadurch I’m From Barcelona, was mich ärgerte, aber dafür kamen wir rechtzeitig zu ClickClickDecker an. Der spielte im Coca Cola Zelt und hat mich aber nicht ganz so überzeugt. Er spielte seine Lieder irgendwie so runter. Es war schon gut, aber ich hatte höhere Erwartungen. Wie dem auch sei, bei ClickClickDecker trafen Samira und ich auf Thorsten, der uns ja eigentlich am Donnerstag vom Bahnhof abholen wollte.
Mit ihm gingen wir auch später zu Kettcar und ließen somit Jeans Team aus. Bereue ich ein bisschen, da ich Kettcar schon des öfteren gesehen habe, aber Jeans Team noch nie. Nun denn, aber Kettcar waren auch gut.
Nach Kettcar hatten wir erst mal eine ruhigere Zeit. Wir erkundeten das Festivalgelände ein wenig weiter und kickerten beim T-Mobile Stand. Bei Bands wie: The Notwist und Puppetmastaz schauten wir kurz vorbei und setzten uns dann in die Melt-Lounge, wo ruhigere Elektromusik von DJ’s aufgelegt wurde.
Linda und ich saßen grad gemütlich in solchen Sitzkissen, als eine SMS von Anna reinkam, in der stand, dass es Samira wohl nicht so gut ginge und sie sich erst mal schlafen gelegt hatte, aber zu Dendemann wieder da sein wollte. Das gab mir zu Denken, denn ich wusste genau, dass Samira unbedingt The Thermals sehen wollte, die um 0:55 Uhr spielten würden. Es gab aber nun keine Chance mehr Samira zu erreichen und somit war ich als The Thermals spielten weit vorne in der wilden Menge, denn Linda und Anna hielten sich weiter hinten auf, da Anna das dritte mal mit ihrem Fuß umgeknickt war und nun einen Verband um ihren Knöchel trug. The Thermals boten einen wirklich guten Auftritt, zwar spielten sie ihre Lieder so runter, ohne großartige Ansagen, aber dafür hörte man auch umso mehr schöne Lieder. Leider spielten die nur eine Stunde, aber ich war trotzdem schon ganz schön Nassgeschwitzt.
Beim offiziellen Treffpunkt, dem T-Mobile Stand, traf ich Linda und Anna wieder. Wir machten uns nun gemeinsam auf den Weg zu Dendemann, der schon als The Thermals spielten anfing zu performen. Anna zeigte irgendwann Schwäche und verließ uns. Linda und ich blieben noch eine Weile bei Dendemann – gingen dann aber auch bald wieder in den Circus Maxximus, der sich in der Melt-Lounge befand. Dort machten wir eine wohlverdiente Pause. Nach dieser Pause, ging es wieder in dieses Coca Cola Zelt, wo wir noch den Rest von Alec Empire mitbekamen. Linda wollte eigentlich die darauf folgende „Fieber Tanz Party“ sehen, aber wir waren beide im Eimer und machten uns letztendlich mit einem Baguette auf dem Heimweg. Linda roch ganz schön... nach Knoblauch – das meinten die zwei Holländer, die hinter uns liefen, auch.
Am Samstagmorgen wachte ich völlig verschwitzt auf und kroch erst mal samt Schlafsack aus dem Zelt und legte mich vors Zelt, denn dort wehte ein Wind, der aber trotzdem schon um 07:30 Uhr warm war.
Nach vielleicht einer Stunde wachte ich wieder auf und sah, dass Samira den Weg nach Draußen auch gefunden hatte.
Ohne zu frühstücken machten wir Vier uns auf den Weg zum See und nahmen erst mal ein wunderbares, kühles Bad. Erfrischt, wie nichts anderes, liefen wir zurück zum Zelt und frühstückten zur Abwechslung mal Toast.
Frisch gestärkt, wurde das nächste Fass geköpft und gleich mal wieder entspannt. Was anderes blieb einem in der Sonne auch gar nicht übrig. Der Nachmittag verlief dann weiter so, dass man immer wieder in den See sprang und den Tag mit Alkohol aufpeppte. Also, langweilig war uns nie. Gegen 18:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zum Festivalgelände. Im Shuttle-Bus waren lauter unheimlich verschwitzte Leute. Alle schauten fürchterlich gequält und waren ganz nass vom Schwitzen. Die Luft im Bus war auch übel und die Stangen im Bus waren klebrig. Als man aus dem Bus rauskam, war es richtig erfrischend, obwohl es eigentlich sauheiß war.
Ab gings aufs Festivalgelände. Wir sahen uns auf der Mainstage als erstes die Shout Out Louds, von der Tribüne aus, an. Genau die richtige Musik bei der Wärme. Nach den Shout Out Louds schauten wir uns noch kurz The Rifles an und gingen dann rüber zur Gemini Stage, wo nun Stereo Total spielten. Der Auftritt von den Zweien war ziemlich gut und mitreißend - drum schwangen wir die Hüften.
Nach dem tollen Auftritt gings rüber zu Anajo. Anna und Linda hatten wir irgendwie nach The Rifles verloren und hatten zwar wieder einen Treffpunkt ausgemacht, aber irgendwie waren sie da nicht. Nun ja, man findet sich ja schon irgendwie wieder. Samira und ich gingen also zu Anajo. Sehr schöner Auftritt und das Publikum war auch ziemlich gut. Überhaupt zum Schluss, als sie „Monika Tanzband“ spielten, sangen alle mit und die drei Anajos kamen aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. Wie schön. Samira drängte. Zurecht. Denn der Auftritt von Tocotronic überschnitt sich um ca. 15 Minuten mit dem von Anajo. Wir mussten also früher weg. Taten wir auch. Hatten demnach einen spitzenmäßigen Platz in der Menge.
Tocotronic eröffneten ihren Auftritt mit „Mein Ruin“ und beendeten ihn mit „Hi Freaks“. Sie brachten eine schöne Mischung aus alten und neuen Liedern. Dirk von Lowtzow meinte noch, dass das Melt deren Lieblingsfestival wäre und sie nun das dritte mal hier auftreten und es jedes Mal eine große Freude für sie wäre. Da gab es einen jubelnden Applaus. Wunderbarer Auftritt.
Nun ging es zurück zum Zelt. Wir brauchten eine Relaxphase. Am Zelt trafen wir auch Anna und Linda wieder. Plötzlich schaute ein Mädchen unter unsere Plane und fragte nach einer Taschenlampe. Sie wirkte völlig aufgebraust und verloren. Dazu hatte sie eine recht hohe Stimme, welche die Situation von ihr dann noch verstärkte. Sie erzählte uns, dass sie in den San-Bareich musste, da ihr übel war wegen der Sonne und so. Dadurch hat sie dann ihre Leute verloren und irrte nun schon den ganzen Abend auf dem Zeltplatz umher, da sie das Zelt nicht mehr fand.
Anna erklärte sich sofort bereit, sie, die übrigens Melissa hieß, zu begleiten und Linda schloss sich ihr an. „Wie kann man nur immer so aktiv sein?“, fragten Samira und ich uns, als die Drei losgingen.
Es dauerte ganz schön lang, bis sie wieder auftauchten, aber diese Melissa war immer noch bei denen. Sie meinten, sie hätten das Zelt gefunden, aber da war keiner von denen. Nun gut, langsam wurde ich unruhig, weil ich wieder zum Festivalgelände wollte. Doch, das war nun zu Spät, denn Anna kochte für Samira gerade einen „Bunten Gemüsetopf“.
Nach dem Essen gings dann los. Auf dem Gelände teilten wir uns wieder. Linda und ich gingen zur Big Wheel Stage und Anna und Samira zur Mainstage. Wir schauten erst Michael Mayer und danach Digitalism. Anna und Samira schauten derweil Jan Delay, der aber eine wahnsinnige Verspätung hatte. Drum schauten Linda und ich bei ihm nach Digitalism auch noch rein. Inzwischen war es bestimmt ca. 03:30 Uhr und somit gingen wir zur Gemini Stage, wo nun Tiga spielte und wir wieder Thorsten trafen.
Linda wollte dann irgendwann los zu Deichkind, aber mir war grad eher nach der Musik von Tiga und somit verabredeten wir uns vage wieder bei T-Mobile. Daraus wurde natürlich nichts, weil sich durch die Verzögerung von Jan Delays Auftritt ja auch der von Deichkind verzögerte und somit ja alles durcheinander war. Auch egal, denn auf Deichkind hatte ich sowieso nicht so eine große Lust, wie vorhin schon erwähnt.
Langsam wurde es wieder hell bei Dj Hell. Die Sonne stieg hinauf hinter den Baggern und es bildeten sich schöne Bilder fürs Auge. Nun wurde ich aber doch müde, verabschiedete mich und schaute noch kurz bei Deichkind vorbei. Dort kam auch einer grinsend auf mich zu und war anscheinend ganz schön betrunken. Er meinte, dass er den Auftritt von Deichkind affig fände und gar nicht verstehe, warum so viele Leute die sehen wollen. Als ich dann nur meinte, dass ich auch grad erst von der Gemini Stage kam, war er total froh.
Dann bin ich aber doch lieber gegangen. Da sich bei der Haltestelle des Shuttle-Busses enorm viele Leute tummelten, beschloss ich kurzer Hand das Stück zu Fuß hinter mich zu bringen. Das war die richtige Entscheidung, denn so konnte ich den ganzen Sonnenaufgang beobachten. Schade, dass ich da grad keinen Fotoapparat dabei hatte.
Ich weiß gar nicht, wann genau ich im Zelt lag. Es war auf jeden Fall schon hell. Ich schätze mal so 6:00 Uhr oder 6:30 Uhr.
Nach 2-3 Stunden wachte ich auch schon wieder auf und legte mich, wie an den anderen Morgen auch, vors Zelt und versuchte noch mal eine Stunde zu schlafen.
Geweckt wurde ich dann mit: „Lisa, kommst du mit in den See?“. Erst meinte ich: „Nee“, aber dann waren wir doch eine viertel Stunde später im See. Zum Glück bin ich mitgegangen. Wir frühstückten die letzten Stücke Toast und fingen an unsere Sachen zusammen zu packen. Sobald das Planendach abgebaut war, standen wir nur noch in der prallen Sonne und überkippten uns mit noch recht kühlem Wasser. Beim zusammenräumen kam man noch mit zwei unserer Nachbarn ins Gespräch und beschloss auch gleich mit den Zweien zum Bus, der Richtung Bahnhof fahren sollte, zu fahren. Wir warteten im Schatten eines Becks LKWs und träumten von kühlem Bier. Irgendwie kam kein Bus, aber im Schatten war es viel zu angenehm um zu sagen, dass man wohl laufen müsste.
Linda drängte dann aber doch schon bald mit dem Aufbruch. Die zwei Männer, ich glaube sie hießen Tobi und Sven, wollten noch warten, weil dem Sven sein Duschgel ausgelaufen war. Drum liefen wir schon los, da wir sowieso mit dem Wagen langsamer als die waren. Nach aber ca. zwanzig Minuten machten wir wieder eine Pause im Schatten und da saß dann auch gleich der Oliver von „IL Motobecano“. Nach kurzer Zeit später kamen Tobi und Sven auch an dem Platz an und machten auch gleich mal mit Pause. Dann hielt plötzlich ein 8-Mann-Taxi auf der Straße. Was ein Glück, es hatte grad keine Kundschaft. Der Fahrradwagen passte auch gerade mit rein und somit konnten wir allesamt im extrem klimatisierten Taxi zum Bahnhof fahren. Am Bahnhof saß schon alles voller Leute und man hörte von irgendwoher Locas in Love. Spitzenmäßig. Tobi und Sven schafften es grad noch in ihren Zug und dann erblickten wir auch schon die Warsingsfehner wieder und gesellten uns zu denen in den Schatten, denn unser Zug fuhr erst in einer Stunde.
Um 14 Uhr fuhr unser Zug. Wir rannten zum Fahrradabteil, weil der Zug kurz vorm abfahren war, dann merkten wir, dass die Tür zu knapp für den Wagen war. Kurze Denkpause und schon warfen wir voller Panik alle Zelte, Schlafsäcke, Stühle und Rucksäcke einzeln in den Wagon und zum Schluss wurde der Wagen reingetragen. Ganz schönes Chaos und dann kam auch noch die Schaffnerin, die meckerte, dass das aber nicht so bleiben könnte. Somit mussten wir alles ordentlich wieder zusammenräumen und ins Fahrradabteil stellen.
Nun fuhren wir erst mal 4-5 Stunden nach Kassel. Wir hatten kaum noch Wasser, nur noch Alkohol, aber darauf hatte keiner Bock. Wir hielten auf einem verlassenen Bahnhof und plötzlich stiegen bestimmt 10 Leute aus Bayern mit Fahrrädern zu und parkten unseren Wagen zu. Da wir ohne hin schon Verspätung hatten, wurde aus der kleinen Verspätung eine große Verspätung. Wir hatten aber nur fünf Minuten Umsteigzeit. Konnten wir uns wohl abschminken. Als in Kassel alle bayrischen Fahrradfahrer ihre Fahrräder in Zeitlupe aus dem Zug hatten, war unser Wagen dran. Der andere Zug war schon weg. Nun ja, wenigstens hatten wir nun Zeit um uns Wasser zu kaufen. Die anderen Typen trafen wir auch schnell wieder und suchten uns einen Zug raus, der um 20 Uhr fahren sollte. Wenigstens fuhr noch einer, aber mit dem Zug kämen wir nicht mehr vor morgenfrüh an. Nun war es auch egal. Alle waren gereizt, überhaupt einer von den Warsingsfehner. Der hatte auch durch einen Sonnenbrand so ein rotes Gesicht und sah somit noch gereizter aus. Linda, Samira und ich hielten uns mit einer Taube über unseren Köpfen bei Laune.
Um ca. 20:00 Uhr saßen wir dann wirklich in einem straßenbahnartigen Zug. Unser nächster halt war Göttingen. Dort hatten wir eine gute Stunden Aufenthalt. Wir hatten zusammengerechnet mehr Aufenthalt, als Zugfahrt. Da kann man nichts machen.
Weiter gings Richtung Hannover. In dem Zug Richtung Hannover hatten wir ein riesiges Fahrradabteil für uns allein. Das Abteil war aber ganz ohne Klappsitze. Somit packten wir Decken und Isomatten aus und machten es uns auf dem Boden bequem. An der Wand hang ein Schild auf dem stand, dass man sich in diesem Abteil auf eigene Gefahr aufhält. Ja nun. Wieder nur eine Stunde fahrt und dann wieder mehr als eine Stunde Wartezeit. Wir waren alle ganz schön fertig und nickten auch alle mal wieder im Sitzen ein. Endlich ging es weiter nach Bremen. Das war erst mal die letzte Station, denn in Bremen mussten wir drei Stunden warten. Auch egal, langsam wurde uns alles egal. Auf dem Bremer Bahnhof legten wir uns oben bei unserem Gleis auf Decken, Isomatten oder Bänke und verschliefen die Wartezeit. Nach drei Stunden saßen wir endlich im letzten Zug. Die Leute aus Warsingsfehn stiegen irgendwann in Leer aus und wir fuhren noch 20 Minuten weiter bis nach Emden. Dort holte uns der Vater von Anna ab, der uns erst mal mit: „Ihr seht ja gut aus“, empfang...
Es war inzwischen sieben Uhr morgens oder so. Ab gings zu Anna nach Hause. Erst mal frühstücken und ab in die Schule. Wahnsinn. Wahnsinnig Gut.



Tomte, Leer Zollhaus, 12.01.2007

Um zehn vor acht wurde ich mit lautem Gehupe abgeholt. Im Auto wurde mit komischem Allgäuer Bier in einer 5 Liter Flasche vorgeglüht und nach ca. 25 Minuten kamen wir auch schon beim Zollhaus in Leer an. Dort mussten wir noch so 15 Minuten in der Schlange stehen.
Dann ging es endlich rein. Es war schon ziemlich voll und somit gingen wir erst mal auf die Toilette und dann wieder Schlangestehen vor der Garderobe. Als wir dort standen kamen Thees Uhlmann und Dennis Becker an uns vorbei. Denn die Garderobe war gleich neben dem Backstagebereich. In der Zeit wo wir in der Schlage standen spielte die erste Vorband „MSHB“ aus Holland. Von der bekamen wir nichts mit, da sie auch schon wieder zu Ende waren, als wir fertig waren mit Schlangestehen. Nun kamen Pale. Marika und ich sicherten uns schon mal einen schönen Platz in der vierten Reihe. Pale war ganz gut und hat das Publikum schön vorgewärmt und dazu „Das war ich“ von Tomte auf englisch gecovert. Ich habe es aber nicht rausgehört, also muss man dem Herrn Kochs wohl glauben.

Endlich kamen Tomte nach einer halbstündigen Aufbauphase auf die Bühne. Als erstes Lied wurde "Was den Himmel erhellt gespielt“. Nach weiteren Liedern des neuen Albums sprach er von „Omasalat“. Er meinte, dass sie durch die Leeraner Innenstadt gelaufen wären und an einem kleinen Restaurant vorbeigekommen sind und gesehen haben, dass es dort „Omasalat“ gibt. Nun war die Frage „Was ist Omasalat?“.
Thees Uhlmann entschuldigte sich im Namen der Bandwie ein kleiner Junge, dass sie noch nie zuvor in Ostfriesland gespielt hätten und wir erlaubten ihnen auf alle Fälle wieder zu kommen. Gut, dass man das geklärt hat.
Nach weiteren Liedern erklärte er uns dann seine Liebe. Denn, nach Thees’ Worten:
Tomte + Leer = Big LOVE
und formte dabei ein Herz mit seinen Fingern.
Nach dieser romantischen Szene ging es mit Lieder wie „Wilhelm, das war nichts“ und „Pflügen“ weiter. „Pflügen“ klingt viel besser Live, da nun seine Stimme um einiges besser ist, als auf dem „Du weißt, was ich meine – Album“.
Am Anfang wollte ich mir Korn-Sprite bestellen, aber es wurde kein Hartalkohol ausgeschenkt, dann habe ich gehofft, dass sie das Lied dann wenigstens spielen, trotz Hartalkohol Verbot und so - taten sie dann auch.
Nun ging das Konzert langsam dem Ende zu.
Thees fragte noch, wo man nach dem Konzert noch hinfahren könnte: Ü 30 Party oder ins Limit. Das Publikum brüllte mit ziemlicher Mehrzahl „LIMIT!!“ auf die Bühne und Thees erschrak.
Nun war es leider soweit: Letztes Lied vor Schluss war „Ich sang die ganze Zeit von dir“. Janne dachte schon, dass es nun wirklich zu Ende sei, aber die Beleuchtung blieb, so wie sie war und die „Zugabe-Rufe“ wurden immer energischer.
Thees kam wieder auf die Bühne und spielte ein Sololied. Danach kam die Komplette Band und es wurden noch zwei weitere Lieder gespielt und natürlich als letztes Lied „Die Schönheit der Chance“. Nun war es angeblich wirklich zu Ende und wir begannen zu Marikas Bruder zu gelangen, der so ungefähr in der Mitte vorne stand. Spitzenmäßiger Platz. Gerade da kamen alle fünfe wieder auf die Bühne und meinten, dass man uns ja mit einem ruhigen Lied nach Hause schicken müsste und somit spielten sie „Geigen bei Wonderful World“.
Nun war es wirklich zu Ende und wir liefen Richtung Ausgang und mussten erst mal wieder Schlangestehen vor der Garderobe und wieder mal kam Thees an uns vorbei uns entdeckte Marikas Zahnlücke und begrüßte sie mit einem „Hihihi“. Daraufhin beglückwünschten wir ihm zu dem schönen Konzert und Marika fragte noch, wozu das Eichhörnchen auf meinem T-Shirt wäre und er meinte, nach kurzer Pause: „Sammle im Sommer – so hast du essen im Winter“ oder so.
Als wir all unsere Sachen wieder angezogen hatten bildete sich in der Konzerthalle eine Menschenmenge um Thees, die ihn um ein Autogramm baten. Wir beratschlagten derweil, wie das heute weitergeht, ob wir illegal im Auto mitfahren in die Diskothek Limit, oder lieber nach Hause fahren und ins Bett gehen. Letzterer Vorschlag wurde es dann.
Dann, kurz vor Aufbruch, überkam es mich doch noch und ich ließ Thees auf einer schönen Postkarte von Tomte unterschreiben und gab ihm dazu noch einen Flyer von so einem Metalfestival, den ich selbst von so einem Security Mann bekommen hatte...
Er wollte da dann hin. Ja, genau.
Wundervoller Abend!


Jägermeister Rockliga, 15.12.2006, Musikzentrum Hannover

Um kurz nach acht machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Musikzentrum in Hannover - dort fand die Jägermeister Rockliga statt. Mit reichlich Bier im Magen und viel guter Laune kamen wir dort auch an. Kurz anstehen und drin waren wir. Es war schon recht gut gefüllt und es dauerte auch nicht mehr lange bis ‚Die Sterne’ anfingen zu spielen. Jede Band hatte 45 Minuten Zeit um das Publikum auf ihre Seite zu holen. Frank Spilker war wieder mit Haaren auf der Bühne, Richard mit hipper Sonnenbrille und Christoph Leich am Schlagzeug hatte wieder ein Fußballtrikot an, aber diesmal nicht von Barcelona, aber was es für ein Verein war, kann ich nicht sagen.
Sie schmetterten die typischen Lieder raus, wie z.B.: „Aber Andererseits“, „Inseln“, „Räuber und Gedärm“, „Big in Berlin“, „Universal Tellerwäscher“ und „Wahr ist was wahr ist“. Sehr schön gemischt - gefiel mir sehr gut, nur leider waren es nur kurze 45 Minuten.
Nach einer wirklich kurzen Pause ging es mit den ‚Hushpuppies’ weiter. Man merkte, dass das Publikum schon aufgewärmt war von den Sternen und mehr tanzten als zuvor.
Aber das alles machte ja nichts, weil erst am Ende der ganzen Rockliga durch das klatschen entschieden wurde, welche Band die meisten Punkte ergattert. Die ‚Hushpuppies’ spielten gleich am Anfang die großen Hits. „1975“ und „You’re Gonna Say Yeah“ und später noch “Pale Blue Eyes”, was das Publikum ganz schön zum Tanzen aufforderte.
Nach den ‚Hushpuppies’ mussten wir noch Longdrinks trinken, da man, wenn man zwei Longdrinks bestellt, ein Schweißband dazu bekam. Der Jägermeister bekam mir nicht so gut und somit ging ich nach kurzer Zeit erst mal auf die Toilette, wo ich dann auch irgendwie die ganze Zeit blieb, da mir die ganze Zeit schlecht war. War immer wieder auf der Toilette und habe mich wieder hinten angestellt. Irgendwann war der Barhocker auf der Damentoiletten frei und ich setzte mich auf diesen und schlief prompt zwischen den ganzen „auf Klo müssenden Mädchen“ ein. Wurde immer mal wieder geweckt, von einem besorgten Mädchen, aber schlief immer wieder ein. Dann stand plötzlich ein gut gebauter, schwarz gekleideter Mann vor mir, der mir den Rat gab, nach draußen zu gehen und frische Luft zu schnappen. Das tat ich dann auch. Das Konzert von Louis XIV war dann auch gerade zu Ende. Louis XIV war nach Erzählungen nicht ganz so gut. Auf dem Barhocker hörte ich einmal ein mir bekanntes Lied, aber ich komme nicht mehr auf den Namen. Sie sollen auf alle Fälle viele Lieder vom neuen Album gespielt haben.
Wieder im Wohnheim angekommen, überlegten wir noch, ob es noch zu einer Mensaparty gehen sollte, aber Jens schlief schon so gut wie ein und ich war auch nicht mehr weit davon entfernt und somit gingen wir alle in unsere Schlafsäcke bzw. unter die Bettdecke.
1. Platz Hushpuppies, 2. Platz Die Sterne, 3. Platz Louis XIV





Bernd Begemann & die Befreiung, 29.09.2006, Juz Leer

Endlich saßen Samira und ich im Auto ihrer Schwester und fuhren Richtung Leer.
Aus dem Autoradio dröhnte HipHop und ihrer Schwester sang alles mit.
Samira und ich versuchten die Musik zu ignorieren und unterhielten uns über allerlei Dinge.
Um Viertel nach acht ließ ihre Schwester (ich nenne sie „ihre Schwester“, weil sie mich auch „Maltes Schwester“ nennt) und beim ZOB Leer raus. Wir beide öffneten unser Bier und liefen in Richtung Jugendzentrum.
Jedes Mal, wenn wir dieses Stück laufen, denke ich, dass wir falsch sind, aber jedes Mal sind wir richtig.
Dieses Mal waren wir auch wieder richtig. Vor der Tür tummelten sich ein paar Leute und warteten auf den Einlass. Verdammt wenig Leute waren da. Ich hoffte auf mehr.
Um halb neun ging die Tür auf und wir gingen als 3. und 4. hinein. Bekamen den Stempel und eine nicht abgerissene Eintrittskarte. Man hätte rausgehen können und sie jemandem schenken können – der wär dann umsonst reingekommen. Taten wir aber nicht. Erst mal gings aufs Klo und dann an den Kicker.
Endlich war es soweit: Um neun Uhr kam der Herr Begemann auf die Bühne und legte eine komische Tanzeinlage hin und dazu ertönten noch komischere Töne. Es passte.
Vor der Bühne waren Stühle und Tische aufgebaut und in der Mitte standen zwei Sofas. War ein bisschen komisch. Man konnte somit nur ganz hinten stehen, oder sich an die Seiten quetschen.
Nun kam die Begrüßung und als Intro das Lied „Unsere Liebe ist ein Aufstand“.
Ihm ging es anscheinend schon wieder richtig gut. Vielleicht hatte er sich aber auch nur so voll mit Antibiotika gepumpt, dass man es gar nicht merken konnte.
Nach dem Lied musste er natürlich erst mal den Stadtnamen „Leer“ auf die Schippe nehmen und gleich danach den Namen „Jugendzentrum“. Er merkte an, dass hier ja fast keine Jugendlichen wären. War auch so. Wir waren die jüngsten.
Nun folgte ein Lied der neuen CD und das „von allen gehasste“ Handballlied.
Bernd Begemann erzählte uns, dass er sich hier so wohl fühle und er wollte, dass wir uns auch so wohl fühlen. Drum bat er uns um Liedwünsche. Es kamen auch so einige und natürlich spielte er erst die Wünsche der weiblichen Gäste.
Jedes Mal, wenn ich mein Bier gerade aufgetrunken hatte und abstellte drückte Samira mir prompt ein Neues in die Hand. Später trank ich mein Bier extra langsam - ich wollte ja nun auch nicht betrunken sein.
Der Begemann spielte die Wünsche: „Oh, St. Pauli“, „Unten am Hafen“. Herrlich. Auch brachte er eine Frau dazu einen Zungenbrecher auf Plattdeutsch aufzusagen. Er verstand natürlich kein Wort, aber wir Ostfriesen natürlich schon.
Ein einziges Mal hatte Bernd Begemann einen Hustenanfall. Daraufhin trank er eine Menge Fanta und rülpste öfters mal in Mikro. Einer brachte ihm eine Banane und ein Handtuch. Die Banane zum Magen beruhigen und das Handtuch zum Schweiß abwischen.
In der halben Stunde Pause trafen wir Marikas Bruder, Erik, und seinen Freund, Jan. Sie sind erst in der Pause gekommen. Haben ziemlich was verpasst. Das JuZ Leer ist halt nicht so wie das Auricher JuZ. Hier geht alles pünktlich los und eigentlich auch pünktlich zu Ende.
Es ging weiter. Samira und ich wünschten uns „Bist du dabei“ und „Eigentlich wollte ich nicht nach Hannover“. „Bist du dabei“ spielte er - das andere nicht, obwohl es sich bestimmt drei Leute wünschten.
Langsam näherte sich das Konzert dem Ende. Er spielte noch weiter Publikumswünsche und präsentierte Lieder vom neuen Album. Um zwanzig nach zwölf war das Konzert offiziell zu Ende. Samira und ich hörten uns noch zwei Zugaben an und verließen das Konzert. Ich denke mir, dass er noch bis ein Uhr weiter Zugaben gespielt hat. Es war wirklich schön und man kam oft aus dem lachen nicht mehr heraus. So muss das sein



Omas Teich Festival, 28.+29.07.2006, Grossefehn

Es war mal wieder soweit. Das diesjährige Omas Teich Festival stand auf dem Plan. Janne und ich hatten nicht viel geplant. Wir haben nur Bier gekauft und ausgemacht wann ich sie abholen muss. Irgendwie war es so klar was man braucht, dass man sich keine Gedanken darüber machte. Nun denn. Ich holte Janne am Freitag um 17 Uhr von der Bushaltestelle in Ulbargen ab. Danach fuhren wir dann zum Festivalgelände.
Wir holten unsere Bändchen ab und suchten einen gescheiten Platz für unser Zelt. Zum Glück muss man hier nicht soweit laufen wie auf dem Hurricane. Man erreicht alles in höchstens 5 Minuten Fußmarsch. Wir hatten enormes Glück mit dem Wetter. Es regnete am Nachmittag einmal kurz und danach blieb es die ganzen Tage trocken.
Als wir das Zelt aufgebaut hatten suchten wir das Zelt von meinem Bruder auf und holten unser Bier, was er schon Mittags mit dem Auto mitgenommen hatte, ab. Jetzt gab es erst mal eine Bierpause.
Um 18.00 Uhr fingen die Festivaleröffner „Addics“ an. Es war eine Band die man sich nicht unbedingt angucken musste. Es war eine typische Schülerband, bei der die Instrumente immer lauter als der Gesang sind. Um ca. 18.30 Uhr waren wir dann doch auf dem Gelände. „Addics“ spielten gerade ihr letztes Lied und wir nutzen die Zeit um uns ein wenig umzuschauen. Es war ziemlich wenig los und die meisten Leute saßen im Sicherheitsabstand vor der Bühne. Um 18.50 Uhr näherten wir uns der Bühne, da nun „Nice Boy Music“ spielen würden. Sie wurden mir vor dem Festival empfohlen und somit musste ich sie mir anschauen und bereute es keinesfalls. Sie gefielen mir. Ob sie Janne auch gefielen, weiß ich nicht. (Aber vielleicht erzählt sie mir das ja, nachdem sie den Bericht gelesen hat.)
Nach „Nice Boy Music“ gab es, wie nach jeder Band, eine 10-15 Min. Pause. In der Zeit lief uns mein Bruder, Malte, über den Weg. Er wollte sich auch „Kate Mosh“ um 19.50 Uhr ansehen.
Ich war ehrlich gesagt nicht so angetan von denen. Live waren sie nicht so der Kracher. Zu Hause gefielen sie mir eindeutig besser. Ziemlich zum Ende beschlossen Janne und ich, dass wir mal eben kurz zu mir nach Hause fahren und die Sachen, die ich zuvor vergaß, abholen.
Es waren Sachen wie: Gurke, Klopapier, Kopfkissen und Zahnbürste. Bei mir zu Hause war jede Menge los. Mein anderer Bruder, Keno, hatte Freunde eingeladen und war nun am grillen. Sie wollten das Festival von hier verfolgen und beschwerten sich, dass man die Bands ja kaum hören kann. Tja, da kann man nichts machen.
Inzwischen war es so 21.15 Uhr und wir fuhren wieder Richtung Festival.
Dort angekommen gingen wir mit Bier im Handgepäck Leute besuchen. Im Hintergrund hörte man „Days in Grief“ spielen, aber wir hatten beide nicht so das Interesse an dieser Band. Das Festival ist echt ne super Sache. Wenn man aufs Klo muss geht man einfach aufs Klo und muss nicht lang überlegen welche Toiletten wohl am günstigsten und am nächsten dran wären. Ist halt Omas Teich. Um 22.05 fingen „Trashmonkeys“, wenn sie keine Verspätung hatten, an. Mit ein wenig Verspätung sahen wir sie und an. Markus und so verloren wir kurz vorm Eingang, weil wir unser Bier noch auftrinken wollten und die nicht merkten, dass wir stehen blieben. Der Name „Trashmonkeys“ versprach einem ja eigentlich nicht soviel, aber eigentlich waren sie nicht so übel. Sie spielten eher die härtere Sorte von Musik und gaben dem Publikum ordentliche Lieder zum tanzen. Mich holte der Hunger ein und ich gönnte mir eine Pizzaschnitte. Salamipizza. Sehr lecker.
Nach dem Essen übte ich Handstand. Janne musste dabei meine Beine festhalten, weil ohne kann ich das noch(!) nicht. Ich habe es einmal versucht und bin dann sofort umgefallen.
Janne wollte eigentlich mit ihrem wirklich gutem Radschlag posen, aber überlegte sich das dann doch anders, da sie einen Rock trug.
Nach den sportlichen Aktivitäten machten wir uns auf zum Zelt und zogen uns wärmer an. Dann war es auf unserer Uhr schon wieder genau Bier und zwei Schloss-Krone Pilsener wurden aus dem enorm erhitzten Zelt gezogen.
Danach gingen wir zurück aufs Gelände und schauten uns eine Zeitlang „Muff Potter“ an. Die von so gut wie allen Festivalbesuchern gefeierte Band, war wirklich nicht besonders gut. Alle Festivalbesucher sagten einem, wenn man sie fragte welche Bands sie denn alle so sehen wollten, sofort Muff Potter. Versteh ich gar nicht. Denn was macht die Band denn so gut? Nun ja... Es soll ja für jeden was dabei sein. Janne und ich saßen die meiste Zeit im Hörspielzelt und unterhielten uns mit den anderen Hörspielbegeisterten über Hörspiele. Es lief komischerweise kein Hörspiel. Eigentlich sollten die „Drei Fragezeichen“ laufen. Ein Mädchen wollte die ganze Zeit selbst ein Hörspiel von den „drei Fragezeichen“ spielen, aber keiner konnte irgendein Hörspiel auswendig. Ich sowieso nicht, denn ich hörte früher immer nur die „Fünf Freunde“. Später unterhielt ich mich noch mit einem über das Hurricane Festival und über noch so manche Dinge.
Irgendwann verließen Janne und ich das Zelt und machten uns kurz vor Schluss von „Muff Potter“ auf den Weg zu Markus’ Zelt. Er saß dort mit einem Freund. Janne und Markus machten einen Tauchausflug ins innere des Zeltes und der Freund und ich saßen davor. Gähnende Langeweile machte sich in mir breit und ich ging nach ca. einer halben Stunde zum Zelt und legte mich schlafen.
Am nächsten Morgen lag Janne auch im Zelt und schlief. Draußen hörte man wie sich ein Paar stritt. Es ging um Hip-Hop und dass er anscheinend nicht hier her passte. Die Freundin weinte dauerhaft und der Freund wiederholte sich ständig. Irgendwann wachte Janne auch endlich auf und fragte sich was denn da draußen los sei. Wir beschlossen zu mir nach Hause zu fahren und zu Frühstücken. Es war bereits 8 Uhr und ich hatte überhaupt keinen Hunger. Demnach aß ich auch nur ein kleines Stück Brot. Janne aß sogar zwei!
Nach dem Frühstück legten wir uns aufs Bett und schliefen beinah ein. Also ich schlief beinah ein – Janne schlief. Ich weckte sie mit dem „Guten Morgen Sonnenschein“ Lied. Danach ging ich auch zu meiner Mutter und sang ihr das Lied vor. Sie wiederum schickte mich genervt und verschlafen aus ihrem Zimmer
Nach der Weckaktion verließen wir das Haus und fuhren zurück Zum Teichfestival.
Dort erlebten wir die Teichgames und merkten wie die Sonne immer mehr auf uns nieder brannte. Die Teichgames waren aber wirklich super. Jede Mannschaft bestannt aus jeweils 5 Personen und in jeder Mannschaft war mindestens einer betrunken. Somit rutschen sie immer aus oder strumpelten über ihre Füße. Ich hab später gar nicht mehr mitbekommen wer nun gewonnen hat. Nach den Teichgames haben wir uns noch eine Zeitlang in die Sonne gesetzt, aber nach einer Weile gemerkt, dass es wirklich zu heiß ist. Demnach suchten wir uns vor einem Bulli einen Schattenplatz.
Auf der anderen Seite des Bullis saßen ein paar Leute die uns erst nicht bemerkten. Nach einer Weile kam dann doch einer auf unsere Seite und wunderte sich erst mal. Danach fragte er uns, ob wir nicht eine Erfrischung haben wollten. Wir verneinten, er ging wieder zurück und erzählte es seinen Kameraden. Ein paar Minuten vergingen und plötzlich flog eine Ladung Wasser auf unsere Köpfe! Danach kamen sie auf unsere Seite und luden uns zum kühlen Bier ein. Es war wirklich kühles Bier. Die besaßen ein „sich selbstkühlendes Fass“. Super spitze Wir tranken und plauderten und merkten gar nicht wie die Zeit verging. Nach unendlichem Bier und unendlichen dummem Sprüchen verabschiedeten wir uns von den Herren. Wir beide liefen nun erst mal zu den Toiletten und danach zum Zelt. Dort war alles in Butter und somit beschlossen wir uns nun mal auf den Weg zum Gelände zu machen. Wir nahmen uns noch jeder ein warmes Bier und liefen los.
Wir verwechselten dort erst mal „Turbostaat“ mit „The Toasters“. Turbostaatfans hätten uns sicherlich verprügelt. Nach Aufklärung eines Shirtverkäufers legten wir uns unter das große Zelt. Eine Band am Freitag meinte, dass das Zelt aussieht wie das Zelt vom Immergutfestival. Nun können Immergutbesucher sich ein Bild machen. Ich glaub die Band „Kate Mosh“ sagte das.
Ist ja auch nicht so wichtig. Wir ruhten uns dort auf jeden Fall aus.
Als „Turbostaat“ um 16.30 Uhr anfingen zu spielen rappelten Janne und ich uns auf und liefen zur Bühne. Sie gefielen eigentlich ganz gut. Man konnte sie sich auf jeden Fall gut anhören. Doch es wurde schnell viel zu heiß in der Sonne. Die Freiwillige-Feuerwehr-Großefehn spritze vorne die Leute mit Wasser ab. Leider kamen sie nicht ganz bis zu uns.
Nach „Turbostaat“ schlenderten wir zur Strandbar und fühlten uns wie an der Südsee. Und weil wir uns so fühlten, legten wir uns auch hier wieder hin. Janne lag mitten vor dem Hintereingang und schlief anscheinend. Ich saß an eine Wand gelehnt im Sand und beobachtete die Leute die sie verdutzt ansahen und dann über sie rüber hüpften. Nebenbei spielte die Band „Sometree“. Diese Band sagte mir gar nichts. Ich hab auch glaube ich nicht genau hingehört. Nach dem Festival erfuhr ich, dass dies eine eher ruhigere Band sei. Nun denn, passte dann ja zu unser ruhe Phase. Nach ca. einer halben Stunde weckte ich Janne. Sie war ganz durch den Wind und sagte, dass sie sich ein wenig hinlegen wolle.
Sie legte sich, als wir beim Zelt ankamen, auch sofort hin und schlief ein... Ich packte meinen „Ein Teller Reistopf“ aus und machte ihn auf dem Gaskocher warm. Als ich damit fertig war, hieß es auch schon „auf zu Bernd Begemann“! Janne lies ich zögernd dann doch schlafen und machte mich auf den Weg.
Und es war wirklich großartig. Diese Ausstrahlung und dieses „es ist mir völlig egal, ob ihr meine Musik mögt – ich singe hier trotzdem“ war spitze. Das Publikum war auch sichtlich begeistert und forderte zum Schluss noch zweimal eine Zugabe. Der Bernd + die Befreiung gingen diesem Wunsch auch mit Freude nach. Inzwischen war es nun ca. halb Acht und ich beschloss kurz zu mir nach Hause zu fahren und meine Haare und so zu waschen.

Zurück beim Omas Teich bzw. bei unserem Zelt. Janne war nicht mehr da. Zum Glück war dies das Omas Teich und nicht das Hurricane. Ich fing an sie auf dem Gelände zu suchen, aber da war sie nirgends. Drum lief ich zu Markus’ Camp und fand sie dort auch. Sie wirkte immer noch sehr müde und dazu betrunken das bleibt bei dem Konsum ja nun auch nicht aus. Nun ja. Wir beide machten uns wieder mal auf den Weg zur Bühne. „Pale“ spielten nämlich um 20.45. Da es sich alles verschoben hatte, spielten sie erst so um 21 Uhr oder so. Halb so wild. Sie spielten auf jeden Fall und es war dazu auch noch sehr Sehens- und Hörenswert. Der Sänger, Holger Kochs, war wieder mal total begeistert vom Publikum. Auch 2005 als er mit „IL Motobecano“ hier war, war er schon so begeistert. Er strahlte wie niemand sonst und sang wasweißich wie viele Zugaben. Sehr schöner Auftritt - der leider auch schon nach einer Stunde zu Ende war. Nach dem Auftritt von „Pale“ gingen Janne und ich zurück zum Zelt und zogen uns, wie Freitag, wärmer an. Danach gingen wir aufs Klo und dabei musste man sich nun wirklich überwinden. Es war echt schlimm. Die Klos waren bis oben hin voll und es roch einfach mehr als scheiße (tolles Wortspiel). Auf dem Rückweg riefen uns die Herren vom Nachmittag wieder zu. Wir hatten grad eh nichts besseres zu tun und gesellten und zu ihnen. Nach diversen Gesprächen und unangenehmen Getränken machten wir uns auf und davon. Die „Shout Out Louds“ warteten auf uns.
Es war vorne schon ziemlich voll, aber Janne und ich kämpften uns ein gutes Stück nach vorne. Dort trafen wir dann auch auf Svenja und Judith.
Vielen Zuschauern gefielen die „Shout Out Louds“ wohl nicht so gut, denn es entstanden immer mehr freie Plätze vorne wie auch hinten. Mir gefielen sie eigentlich ziemlich gut. Sie spielten fast nur gute Lieder, aber redeten nicht viel mit dem Publikum. Irgendwie fühlte sich das Publikum dann wohl nicht so gut Ich fühlte mich trotz alledem gut. Janne war immer noch Barfuß und musste die ganze Zeit aufpassen, dass keiner ihr auf die Füße tritt. Sie überstand alles Schadenfrei.
Die „Shout Out Louds“ hatten einen ziemlich gelangweilten Ausdruck im Gesicht und spielten auch nur eine Zugabe.
Nach dem Auftritt gingen Janne und ich zur Aftershowparty mit Dj Marco aus der Diskothek Limit. Er spielte im Zelt noch ganz viel Musik. Wir beide waren ziemlich müde und machten uns bald auf zum Zelt. Wir dachten eigentlich, dass es unser Zelt sei, aber drinnen lag ein fremder Mann. Nach Aufweckversuchen, die alle scheiterten, liefen zum Glück zwei Freunde meines Bruders bei uns vorbei. Die weckten ihn dann auf und schickten ihn weg
Nächsten Morgen schliefen wir bis 9 Uhr und es war wieder super heiß im Zelt. In kurzer Zeit hatten wir alles zusammen gepackt und konnten uns auf den Weg zu mir nach Hause machen.
Wir kassierten noch schnell 5€ Müllpfand und freuten uns, dass wir nur so wenig Geld ausgegeben hatten. Echt klasse Tage.




Hurricane Festival, 23.-26.06.2006, Scheeßel

Endlich war es soweit. Ich freute mich schon ewig auf das Festival. Hanna und ich gingen am Freitag nicht zur Schule. Ich hätte eigentlich wohl hingehen können, aber ich hab mich dazu entschlossen, Hanna ein wenig behilflich mit ihren ganzen Sachen zu sein. Sie hatte nämlich wirklich enorm viel Zeug. Am Morgen fuhr ich zu ihr und bin noch mal alles mit ihr durchgegangen. Später bin ich dann mit vollbeladenem Bollerwagen zu mir nach hause gelaufen, wo mein Vater sehr skeptisch die ganzen Sachen betrachtete. Er erklärte uns dann erst mal prompt für verrückt. Aber egal.
Um 12 Uhr kam Hanna zu mir. Ich war schon halb auf dem Weg zur Bank und rief ihr noch schnell zu, dass ich keine Kohle bekommen hab.
Als ich wieder zurück war, hatte sie schon begonnen ihre Sachen weiter zusammen zu packen. Ihr Bruder kam dann auch noch dazu und händigte ihr den Vodka aus.
So schnell wie es ging machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.
Nach einer Weile saßen wir dann auch schon im Bus und Hanna packte ihr - ach so leckeres – Essen aus. Man roch es im ganzen Bus. Im Bus trafen wir noch Mira, wir beschlossen kurzerhand, dass sie ja, falls einer noch Absagt, gut mit unserem 5er-Ticket mitfahren könnte.
Als wir dann endlich im Zug waren und auf unsere Mitfahrer warteten, schrieben sie uns, dass die im Stau stehen und wir den Zug irgendwie aufhalten sollen. Gesagt getan.
Der Zugfahrer pfiff und wollte losfahren, doch wir stellten uns in die Tür und lösten so totales Chaos aus. Der Zugfahrer schrie, dass wir doch endlich mal aus der Tür gehen sollten und wir schrien, dass wir noch warten müssen Nach ca. 5 Minuten kamen sie dann endlich angerannt und sprangen in den Zug. Jetzt konnten wir eigentlich los, doch die Türen wollten nun nicht mehr zu gehen. Der Schaffner regte sich total auf und klebte ein „Tür unbenutzbar“ Aufkleber an die Tür. Los ging es.
Der Zug war proppe voll und wir standen die ganze fahrt über. Von Leer nach Bremen und von Bremen nach Scheeßel. Ich lasse nun mal die Einzelheiten der Zugfahrt weg. Es geht weiter mit der Ankunft in Scheeßel. Völlig ausgehaucht stiegen wir aus dem Zug aus und rochen die frische Festivalluft. Kurz darauf machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Wir heuerten noch ein Bollerwagenkind an und hatten so einen gemütlichen Fußweg.
Wir holten uns unsere langersehnten Bändchen und trafen und mit meinen Brüdern die uns beim tragen helfen wollten. Zu zweit war das nämlich wirklich kaum zu schaffen.
Endlich kamen wir beim Camp an. Das Wetter war prächtig und die Laune gut. Hanna aß ihr Essen weiter und ich trank mein Dosenalster, was auf dem Weg zum Campingplatz halb ausgelaufen war.
Um ca. 19 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Festivalgelände. Ich wollte „Elbow“ wenigstens noch ein bisschen sehen. Danach schauten Hanna und ich uns „Seeed“ an und waren eigentlich ganz angetan. Obwohl ich die neue CD nicht besonders gut fand hat mir der Auftritt gefallen. Man wurde auch irgendwie mitgerissen.
Nach „Seeed“ spielte „Fettes Brot“. Auf der anderen Bühne auch die „Arctic Monkeys“. Eigentlich wollte ich die unbedingt sehen, aber wir waren schon recht spät und so mussten wir sie uns von weit hinten angucken und dann fehlte die Stimmung. Wenn ich weiter vorne gewesen wäre, hätte ich bestimmt positiveres geschrieben. Mein Bruder, Keno, war auf jeden Fall sehr begeistert, und sah nach Erzählungen auch so aus. Also so Staubgebadet und völlig kaputt.
Als Fettes Brot um 21.15 Uhr anfing, liefen Hanna und ich wieder zur grünen Bühne. Fettes Brot gefielen mir recht gut. Überhaupt fand ich es sehr gut, dass sie das Lied „The Großer“ performten. Leider standen wir beide mal wieder viel zu weit hinten und somit machte es nur halb soviel spaß. Aber na ja. Bei Fettes Brot machte es mir nicht so viel aus.
Um 22 Uhr trafen wir uns mit Malte und Jens - aus dem Forum - um uns gemeinsam „Tomte“ anzuschauen. Bei der blauen Bühne angekommen dauerte es auch nicht mehr lang und „Tomte“ fing an zu spielen. Sie waren schon gut und es machte spaß, doch es war mit einem richtigen Konzert nicht zu vergleichen. Dafür kamen aber Lieder wie „Korn&Sprite“ und „Wilhelm das war nichts“. So gute Lieder die viel zu selten gespielt werden! Es war fürchterlich schnell zu Ende und wir trennten uns. Malte und Jens wollten zum Zeltplatz und Hanna und ich guckten uns „Manu Chao“ an. Hanna redete schon vorher immer von denen, aber ich konnte mich nicht mit denen anfreunden. Ich ging dementsprechend auch schon ein bisschen früher von der Band weg und sagte zu ihr, dass wir uns dann ca. um 1 Uhr beim Jack Daniels Stand wiedertreffen. (Das war irgendwie übers ganze Festival unser Treffpunkt.) Dort trafen wir uns auch mit Malte und Jens wieder. Auf gings zu „Maximo Park“. Sie gefielen mir sehr, sehr gut. Bei denen machte mir das „hinten stehen“ auch nichts aus. Es war dort nicht zu voll und man konnte gut sehen. Mit Krachern wie „ Apply some pressure“ und „The night I lost my head“ halfen sie der Sonne das Publikum noch weiter anzuheizen. Um 2 Uhr war der ganze Spaß auch schon wieder zu ende. Hanna meinte, als „Maximo Park“ spielten, dass sie schon mal zum Zelt gehe, da es ihr nicht so gut ginge. Jens ging auch während des Auftritts. Irgendwie hatte er sich mit einer Dose geschnitten (oder so). Malte und ich machten uns auf den Weg zum Zeltplatz, nur ich wusste nicht mehr so genau, wo denn nun noch mal mein Zelt war... Letztes Jahr ging es mir genauso am ersten Tag. Wir machten somit einen riesen Umweg und lernten den Zeltplatz besser kennen Irgendwann (so um 3 oder halb 4) erkannte ich unseren Platz wieder. Ich war echt froh. Ich dachte schon, dass ich diese Nacht gar nicht mehr schlafen könnte. Ich glaub Malte freute sich auch, denn er hat schon den ganzen Spaziergang lang rumgemeckert und so.
Nächster Tag: Samstag. Um 9 Uhr wurde es zu heiß im Zelt und man war froh als man draußen an der „frischen“ Luft war. Es war um 9 Uhr morgens schon heiß und der Duft der Dixi Toiletten zog zu uns rüber. Man Frühstückte Toast + Choco Duo und trank warmes Wasser/Apfelsaft. Hanna schlief immer noch. Ich weiß gar nicht wie sie es schafft hat so lange im bestimmt 25° heißen Zelt zu bleiben.
Heute war übrigens auch um 10 Uhr Forumstreffen. Wir schafften es aber erst um halb 11 da zu sein und verpassten die meisten Leute. Jörn Erwischte ich dann aber doch noch. Erst erkannte ich ihn gar nicht. Doch erkannte mich. Wir redeten ein bisschen über Hannas „Vodkamischung“ und sonst noch ein wenig über den vergangenen Tag.
Ich freute mich sehr ihn zu treffen, aber irgendwie fehlte der Gesprächsstoff. Schade, schade.
Um 14 Uhr schauten Hanna und ich uns „The Kooks“ an. Es war furchtbar heiß und auf dem gesamten Festivalgelände. Es gab viel zu wenig Schattenplätze. Man schwitze schon nur vom rumstehen. „The Kooks“ waren wohl nicht schlecht , aber die Sonne brannte einem viel zu sehr auf den Kopf und so suchten wir eine Schattenstelle auf.
Als Hanna später „She-Male Trouble“ im Zelt ansehen wollte. Setzte ich mich gemütlich vor die Zeltbühne und ließ es mir gut gehen. Nach denen erhaschten wir einen Blick auf „Donavon Frankenreiter“ und verschwanden danach auf dem Zeltplatz. Dort aßen wir, tranken und wuschen uns. Was ein schönes Gefühl: Die Sauberkeit. Leider waren „Die Sterne“ nicht auf dem Hurricane. Sie hätten mir sonst mit „Aber Andererseits“ aus der Seele gesprochen.
Wir hörten mit den anderen Leuten aus dem Camp die erste Halbzeit von Deutschland gegen Schweden übers Radio. Zur zweiten Halbzeit machten wir uns auf den Weg zum Gelände. Wir kämpften uns durch die riesige Masse vor der Fußballleinwand. Wir dachten uns, dass ja nun auf dem Gelände nicht wirklich viel los sein müsste. Aber nein, es war genauso viel los wie sonst auch. Komisch.
Wir schauten uns um 19 Uhr „Death Cab For Cutie“ an. Sie hatten ein wunderbares Hintergrundbild und auch sonst waren sie sehr gut. Irgendwie kann ich nie wirklich viel zu bestimmten Auftritten sagen, weil sie immer viel zu schnell wieder vorüber waren und man es entweder gut oder schlecht fand.
Nach „DCFC“ liefen wir kurz zu „Mando Diao“, entschlossen und aber dann doch dafür „Adam Green“ im Innenring sehen zu wollen. Das war auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung. Im Innenring trafen wir noch den falschen Paul und Henne. Sie wurden kurzerhand mit Konfetti beworfen. Ich hatte mir vor dem Festival etwas gekauft, weil ich Konfetti einfach immer schön finde – überhaupt bei Konzerten oder Festivals.
Um 20.45 Uhr ging es dann endlich los. Die Sonne brannte einem zwar immer noch auf den Kopf, aber sie war lang nicht mehr so stark wie am Nachmittag. Während des Auftritts rutschte Adam Green die Hose immer wieder halb runter. Er holte auch zweimal Leute zu sich auf die Bühne. Mit einem sang er dann das Lied „Bungeejumping“ und später holte er noch zwei „Hasen“ auf die Bühne und tanzte mit ihnen. Alles sehr amüsant. Nach Adam Green bleiben wir weiter im Innenring und machten uns nicht auf den Weg zu „The Hives“.
Nach Adam Green sollte nämlich „Element of Crime“ spielen. Sie spielten auch und es war auch sehr, sehr gut. Bei dem Lied „Finger weg von meiner Paranoia“, rief ich meinen Vater an und ließ ihn durchs Handy mithören.
Ich verließ kurz vor Schluss den Innenring und suchte Malte bei der Pissrinne links neben der Bühne. Nach „Element of Crime“ liefen wir zur grünen Bühne um „The Strokes“ noch zu sehen. Dort angekommen wunderten wir uns, dass die schon ca. 15 Min. früher aufhörten. Viele Leute dachten sich, dass es nun wohl zu Ende sei und machten sich daraufhin auf und davon. Wir packten die Chance und platzierten uns ein wenig weiter vorne. Und was war? Sie kamen wieder und spielten noch ein paar Lieder.
Nach den Strokes traf ich mich mit Hanna bei dem Jack Daniels Stand wieder und wir besprachen den Abend. Wir kamen zu dem Entschluss uns „Sigur Ros“ anzuschauen. Meine Füße brannten zwar und ich hatte üble Lust mich irgendwo hin zu setzen oder zu legen, aber ne, auf gings zu „Sigur Ros“. Nach längeren warten ging es los. Sie spielten mit Licht, Schatten und weißem Laken. Vor der Bühne hing ein weißes Laken. Darauf waren Umrisse von Sigur Ros zu sehen. Das erste Lied wurde hinter dem Laken gespielt und viel meines Wissens danach. Alle um mich waren sehr begeistert. Meine hielt sich in Grenzen, denn ich spürte meine Füße und hörte sie nach dem Zelt schreien. Ich gab nach und verabschiedete mich von Hanna.
Nächsten morgen wachte ich wieder mal von der drückenden wärme auf. Unsere „ach so tollen“ Nachbarn trommelten wie blöd auf Bierfässern und Sonstigen Gegenständen herum und hin und wieder hörte man von Zeltnachbarn fluche bezüglich des Trommelns. Irgendwann hörten sie auf und ersparten sich somit weitere Feinde. Ich kroch aus dem Zelt und war froh, dass noch Wasser im Kanister vorhanden war. Das ist immer der Vorteil von dem früheren aufstehen. Es ist noch alles da: Sitzplatz (vielleicht sogar im Schatten) und Wasser. Ich Frühstückte - wie jeden Morgen - ungetoastetes Toast mit Choco Duo. Dazu gab es Cappuccino. Hanna stand um 10 auf. Etwas später schlenderten wir zu den Toiletten und den Wasserstellen. Mein Bruder gab nach ca. 15 Min. warten auf, doch wir beide warteten weitere 30 Min. und konnten uns dann endlich waschen und die Zähne putzen. Wir füllten noch den Kanister auf und schlenderten nach ca. 1 Stunde wieder zurück zum Zelt.
Die Sonne brannte schon wieder wie verrückt auf uns nieder. Ich ärgerte mich noch kurz, dass ich nicht genug kurze Sachen mitgenommen hatte.
Um 12 oder halb eins trafen Hanna und ich uns mit Malte auf dem Campingplatz. Wir schlenderten in der Mittagssonne Richtung Festivalgelände. Ich staubte das Bier ab, worum ich vor dem Hurricane mit Malte gewettet hatte. Ich meinte, dass es nicht regnet und er meinte, dass es regnet. Zum Glück regnete es erst am späten Sonntagabend
Irgendwann liefen wir zur Drum-Tribüne und erlernten „das Drehen“. Meine Zigarette wurde ziemlich gut, aber Maltes ging daneben. Hanna, die es ja schon vorher konnte, glänzte uns mit ihrer Zigarette einen vor. Wir 3 staubten alle ein 100g Probedrehtabak ab – was wir dann Hanna schenkten. Wir waren nun offiziell „Dr. Dreh“ und hatten Zutritt zur „Sky-Lounge“ von Drum. Inzwischen spielte „Billy Talent“ auf der grünen Bühne. Wir waren alle nicht so begeistert und somit trennten wir uns mal wieder. Also Malte ging zurück zu seinem Zeltplatz und Hanna und ich vertrieben uns irgendwie die Zeit. Bevor wir zurück zu unserem Zeltplatz gingen, schauten wir uns „The Cardigans“ an. Es war immer noch viel zu heiß und mir fiel es schwer, obwohl ich diese Band sehr mag, ihnen aufmerksam zu lauschen. Dennoch war die Stimme von Nina Persson unschlagbar. Man muss es einfach zugeben – egal wie gut man zuhörte. Nach dem Auftritt gingen wir zurück zum Zeltplatz. Hanna brutzelte sich Gemüse auf dem Grill und ich versuchte so gut es ging das mit Löchern versähte Pavillondach zu reparieren.
Man sah um die Zeit schon dunkle Wolken von weiten herziehen, aber dachte an nichts schlimmes. Um 19.45 Uhr hörte ich „Wir sind Helden“ von weiten. Die wollte ich dieses Jahr wirklich mal sehen, da Hanna noch nicht soweit war, entschloss ich mich alleine loszugehen. Wir wollten uns dann um 21 Uhr beim Jack Daniels Stand wieder treffen. Bei den „Wir sind Helden“ traf ich mich mit Jens und Malte. Dieses Jahr gefielen sie mir um einiges besser. Sie hatten sich ja nicht nur auf die große Bühne hochgearbeitet, sondern spielten auch noch bestimmt 2 Stunden später. Sozusagen als Support von „Muse“.
Nach „Wir sind Helden“ fuhren Malte und Jens nach Hause. Kurz nach dem wir uns verabschiedeten und ich auf der Suche nach Hanna war kamen die ersten Regentropfen vom Himmel herunter. Dazu wehte ein kühler Wind und plötzlich war ganz andere Luft. Innerhalb einer Stunde wurde aus der Hitze, Kälte. Hanna und ich hatten uns gefunden und rannten durch den peitschenden Regen und Wind Richtung Zeltbühne. Als wir dort ankamen war es total überfüllt. Die Leute drängten sich ins Zelt und es brach ein regelrechtes Chaos um uns herum aus. Aus dem Zelt dröhnte „Crazy“ von Gnarls Barkley. Es war wunderbar Wasser auf der Haut zu spüren. Blitz und Donner zogen über das Gelände und der Himmel war dunkelgrau. Die Veranstalter brachen den Auftritt von „Within Temptation“ ab und sagten, dass es nun erst mal eine Pause gebe. Auch im Zelt erzählte man uns, dass wir das Zelt verlassen müssen, da es zu gefährlich sei und sie Umbauen müssten. Schweinerei dachten wir. Wär möchte bei dem Wetter denn jetzt nach draußen? Keiner. Wir blieben im Zelt bis die Securities eine Kette bildeten und uns rausdrängten. Draußen ging einem das Wasser schon bis zu den Knöcheln. Wir schlugen uns durch die Massen und verließen auf Wunsch der Securities das Festivalgelände. Das Gewitter war nun direkt über Scheeßel. Aus einigen Ecken ertönten Lieder wie „Du hast die Haare nass“ und „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“. Hanna und ich brachten uns im „Zelt der Roten Bullen“ in Sicherheit. Dort ging aber mal gar nichts. Nicht mal mein Handy ging mehr an. Darum brachen wir wieder auf mit dem Ziel: Unser Zelt. Wir überquerten mehrere Flüsse und Knietiefe Seen. Beim Zelt, was noch stand, angekommen, zogen wir uns aus und verkrochen uns in unseren Schlafsäcken. Endlich in Sicherheit. Zum Glück besaßen wir eine Luftmatratze und lagen so auf dem trockenen.
Am nächsten Morgen, so ungefähr um 6 Uhr, packten wir unsere Sachen und schleppten uns und die Sachen zum Wohnwagenplatz. Dort konnten wir mit 2 Leuten aus Aurich zurück nach Ostfriesland fahren.







Rock am Deich (27.05.2006, Leer)

Herrlich. Diese Vorfreude auf das erste Festival im Jahr. Am Morgen des Festivaltages stand ich um halb elf auf, denn um zehn vor zwölf musste ich bei der Bushaltestelle sein.
An der Haltestelle standen schon ein paar Jugendliche aus meiner Umgebung und redeten über den gestrigen Abend. Interessant, interessant.
De Bus kam und ich stieg ein. Janne, Marika und Hanna saßen bereits drin. Wir redeten noch einmal über unsere Klamotten, denn Janne und ich waren beide überhaupt nicht Wetterfest angezogen. Hanna hatte an alles gedacht, sogar ihre Schuhe waren Regensicher. Na gut, Janne trug auch Gummistiefel, aber der Rest war normal.
Um zwanzig nach zwölf kamen wir in Leer an. Draußen war es trocken. Der Himmel sah auch nicht nach Regen aus. Also liefen wir los. Erst in die Innenstadt und dann Richtung Festivalgelände. Wir füllten schnell den Rest des Weins in unsere Pappbecher und stellten uns an.
Wir waren nun endlich durch alle Checkpoints durch und Hanna hatte ihr Essen erfolgreich mitreingeschmuggelt. Es war halb zwei und die Band „Krieger“ spielte bereits. Wir vier waren alle nicht angetan und somit kaufte Janne sich Pommes und Hanna aß ihre Hirsebratlinge. Mir war ein wenig schlecht von dem Wein am frühen morgen, drum verzichtete ich auf etwas zu Essen/Trinken.
Um halb drei fingen Saboteur anzuspielen. Sie waren sehr gut, aber nicht groß. Es fehlte der Kick und dieses Drumboard(?) was von Oliver (IL Motobecano) beim letzten Auftritt gespielt wurde. Nun ja mir gefiel das Lied „Wow“ wie immer am Besten. Saboteur spielte bis fünfzehn nach drei. Es hat ein wenig genervt, dass die Band, „Smokey Joe“, auf der anderen Bühne schon vor dem Ende von Saboteur angefangen hat. Smokey Joe war in meinen Augen nicht gerade gut. Sie spielten Ska und machten in den Pausen schlechte Witze.
Dann spielten Bands wie Peter Pan Speedrock, V8 Wankers, Alex is on fire und Moneen. Von allen war ich nicht so angetan. Obwohl „Alex is on fire” nicht schlecht waren. Sie hatten zwei Sänger. Einer war für das Schreien und der andere für das Singen zuständig. Das passte irgendwie gut. Um fünfzehn nach sechs kamen per Ansage von Peter (Saboteur) „The Robocop Kraus“ auf die große Bühne. Dies war ein Grund warum ich zum Rock am Deich wollte. Sie spielten viele neue aber auch einige alte Lieder. Das Publikum hatte sich im Laufe des Tages verdoppelt. Die fünf kamen im Partnerlook auf die Bühne. Mit gelblichen Hawaiihemden und blauen Shorts. Die Bühnenshow war ebenfalls sehr gut. Der Sänger stand mal rechts auf dem Verstärker oder lehnte sich ins Publikum. Alles sehr schön, doch leider spielten sie nur eine Stunde. Nach „The Robocop Kraus“ spielte „Maroon“ auf der kleinen Bühne. Gleich nach dem Auftritt von „The Robocop Kraus“ fingen „Mediengruppe Telekommander“ an ihre Sachen aufzubauen. Beim Aufbau ließen sie öfters ihre Beats laufen und das Publikum versammelte sich so viel zu früh vor der Hauptbühne.
Janne und ich tranken Bier, Marika Wasser und Hanna Schnaps. Bei Bands von denen wir nicht so angetan waren liefen wir über das Gelände und sammelten die Becher auf, denn auf jeden Becher gab es 50 Cent Pfand. Janne hatte am Ende irgendwas mit 17€ zusammen!
Um Punkt zwanzig Uhr fingen „Mediengruppe Telekommander“ an. Sie spielten eine gute Mischung aus alten und neuen Songs. Der Song „Kommander“ wurde als zweites oder drittes Lied gespielt. Die beiden Telekommander brachten eine mächtige Stimmung. Sie bezogen das Publikum in diverse Lieder mit ein und brachten einfach wahnsinnige Laune.
Ungefähr nach der Hälfte des Auftritts verließen sie einfach die Bühne und keiner wusste so recht was los war und somit rief man „Zugabe“. Sie kamen auch wieder, aber diesmal eingepackt in Silbernen Glitzerkostümen und dazu eine Art Taucherbrille. Das Lied „Trend“ folgte und es passte auch perfekt zu dem neuen Outfit. Hier war es genau wie bei Robocop Kraus: Die Zeit verging viel zu schnell. Mediengruppe Telekommander spielte auch nur eine Stunde. Wir versuchten noch einmal mit dem „Zugabe“ rufen ein oder zwei Lieder rauszuholen und sie kamen tatsächlich noch einmal auf die Bühne und spielten „was ganz feines“. Aber dann war der Auftritt vorbei. Auf der Nebenbühne fing „Boozed“, die dieses Jahr auch auf dem Hurricane sein werden, an zu spielen. Ich weiß aber nun nicht mehr was die für Musik gemacht haben. „Boozed“ um viertel vor zehn kamen „Madsen“ auf die Bühne. Janne und Marika wollten sie sehen. Ich schaute sie mir auch eine Zeit lang an, aber sie sagten mir nicht zu. Der Sänger sagte noch so: „Nun spielen wir ein Lied, dass „im dunkeln“ heißt. Das kommt heute sogar mal richtig gut, weil es ja schon dunkel ist. Denn wir haben noch nicht so oft im dunklen gespielt“. Ich hab mir dann meinen Teil dazu gedacht bzw. gesagt und Janne hat mich ein wenig böse angeguckt
Schade fand ich es, dass es auf dem ganzen Gelände keine vernünftige Sitzgelegenheit gab. Letztes Jahr gab es so eine schöne „Chill-Out-Area“ mit Tee und Kaffe, doch dieses Jahr einfach gar nichts. Meine Füße taten ziemlich weh und ich merkte das auch erst extrem bei dem Auftritt von Madsen. Ich habe mich dann ein wenig an die Seite gesetzt und eine Pause gemacht.
Nach Madsen um elf Uhr spielte El*ke. Bei der Band gingen wir vom Gelände runter und setzten uns da auf Eisenstangen und dann sagte der Mann neben uns zu seinem Kumpel: „Ey, die haben sich hier einfach neben mich gesetzt, obwohl ich gerade am pissen bin“. Das war dann natürlich eine komische Situation.
Unseren Hintern wurden kalt und somit machten wir uns um halb zwölf wieder auf den Weg nach drinnen. El*ke spielte immer noch, aber Art Brut war schon am Sound checken. Beim Soundcheck verlief alles gut, aber als sie dann mit dem ersten Lied „Formed a Band“ anfingen, hörte man die Stimme von dem Sänger von Art Brut, „Eddie Argos“ nur noch kaum. Wir dachten, dass sie das sicher gleich beheben: Aber ne, es blieb so. Darüber hab ich mich sehr geärgert, überhaupt weil ich mich schon den ganzen Tag auf Art Brut gefreut hab. Marika und ich waren eine Reihe vor „ganz vorne“ und es war toll da. Die Leute hinter uns waren extrem am Pogen, aber bei unserem Standpunkt wurde man einfach nur nach vorne gedrückt Blöd war nur, dass die Ordner sich immer vor uns gestellt haben und angestrengt ins Publikum starrten und versuchten die Crowd Surfer zu bändigen. Zwecklos. Immer die selben wurde über unsere Köpfe getragen. Komischerweise wurde Marika immer getroffen. An der Schulter, am Kopf oder sogar einmal im Gesicht.
Eddie Argos erzählte uns noch die Geschichte, dass sich durch das Lied „Emily Kane“, Emily Kane wieder bei ihm gemeldet hat. Dabei strahlte er über das ganze Gesicht. Später spielten sie noch das schöne Lied „St. Pauli“ und diverse neue Lieder, die auch wirklich gut klangen. Man verstand zwar immer nur stücke von den jeweiligen Liedern, aber man machte das beste draus. Um ein Uhr waren Art Brut zuende. Sie hörten fünfzehn Minuten vorher auf und spielten auch keine Zugabe. War alles ziemlich schade.
Wir trafen uns alle wieder und liefen Richtung Ausgang. Bei dem Parkplatz setzten wir uns auf solche Treppen und warteten auf meine Mutter. Marika stimmte das Lied „Mein Hut der hat drei Ecken“ an und nach einer Weile waren wir alle am singen. Ein paar Leute stellten sich zu uns und sangen mit. Zu Essen gab es Pistazien und zu Trinken abgestandene Cola.
Was für ein Tag. ART BRUT – TOP OF THE POPS
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Tomte (Grosse Freiheit, 09.04.2006 Hamburg)

Heute hieß es „ab nach Hamburg“. Janne, Hanna und ich wollten ein paar Tage in Hamburg verbringen. Wir fuhren um kurz vor 15 Uhr aus Aurich los. Jannes Schwester brachte uns nach Leer zum Bahnhof, wo wir den Zug noch auf die Sekunde erwischten.
Ich war sichtlich erleichtert, als wir auf den schön gepolsterten Sitzen des Zuges saßen.
Wir kamen um kurz vor 19 Uhr auf dem Hamburger Hauptbahnhof an.
Um 19 Uhr ca. wollte uns ein Benoit abholen. Mit dem ging es dann auch ab aufs Tomte Konzert. Aber er hatte im Gegensatz zu mir schon eine Karte... Ich besaß natürlich noch keine. Ich bin aber trotzdem „auf gut Glück“ mitgefahren.
Ha! Und ich hab tatsächlich noch eine Karte bekommen. Ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben und plötzlich sprach mich ein Typ an und bot mir seine Karte an. "Ein Freund von ihm sei abgesprungen". Ich freute mich so, dass der Typ mich ganz verwirrt anschaute
Nun gut. In der „Grossen Freiheit“ hatte die Vorband „Pale“ bereits begonnen. Der Sänger, Holger Koch, sang mal bei einem Lied von One Man And His Droid mit. Sehr gut, übrigens. Nach ca. 6 Liedern kamen Tomte. Das war heute übrigens das letzte Konzert der Tour. Es ging mit dem Lied „So soll es sein“ los. Wunderbar. Thees schien sehr gut gelaunt und schmetterte einem einen Witz nach dem anderen ins Gesicht. Das darauf hin sofort anfing zu grinsen oder auch zu lachen. Man merkte im Laufe des Konzerts, dass die meisten Leute nur das neue Album kannten. Ich find das immer unheimlich schade, wenn solche Leute die wirklich schönen älteren Songs nicht kennen. Aber was solls? Ich fand das Konzert auf jeden Fall mehr als gelungen. Thees trug, wie bei vorherigen Auftritten, diese überaus komische Spongebob Maske. Ich weiß bis jetzt noch nicht warum.
Als Zugabe gab es schöne Lieder wie Schönheit der Chance und Korn&Sprite. Dies war mein erstes Tomte Konzert. Ich sah Thees zwar schon einmal in Berlin, wo er vor der Hansen Band ein paar Akustik Songs zum besten gab, aber so ganz als volle Band hab ich sie noch nie zu Gesicht bekommen.
Zurück zum Konzert: Dieses war gegen 12 Uhr zu ende. Ich gab Benoit noch ein Bier aus und danach fuhren er und sein Freund mit mir Richtung Landungsbrücken.
Ich stieg dort aus, aber die beiden fuhren noch weiter. Ich weiß nicht mehr wohin die ganz mussten.
Bei den Landungsbrücken holten mich Janne, Hanna, Harm und Phillip ab. Wir schlugen uns gemeinsam die halbe Nacht um die Ohren. Um 4 Uhr vielen wir hundemüde in unsere Schlafsäcke. Was ein schöner Start in das Hamburgerleben.



Tocotronic, Übel und Gefährlich Hamburg, 02.04.2006

Sommersemester 2006. Umziehen nach Hamburg. Was gibt es Besseres, als sein eigenes (Zweit-)Studium mit einem kulturellen Spektakel einer DER Bands (Hamburgs), die so manche Jugend (beste Zeit des Lebens) geprägt hat, beginnen zu lassen?
Für mich ist erst einmal alles neu in Hamburg. Das fängt beim Mohnbrötchen an, dass auch an der Unterseite mit Mohn bestreut ist. Und neu (für alle hier) ist auch der Club mit dem verrückten Namen „Übel und Gefährlich“ als Nachkomme der Weltbühne, der ja anscheinend alle hinterher trauern. Das Übel und Gefährlich liegt rechts an der Ubahn-Station Feldstraße und ist ein fetter Bunker aus Kriegstagen (man munkelt, oben drauf habe die Luftabwehr gesessen und nicht nur das).
Zum Konzert: Für all die, die immer zu spät kommen und irgendwann ganz früh, klebte der Veranstalter eine feine Nachricht ans Fenster: „Schöne Scheiße: Ausverkauft“.
Somit ließen sich auch die ganzen Leute erklären, die mit so einem Schild „Suche Karte“ rumliefen.
Auch für mich ging einiges schief an diesem Abend. Mal ganz abgesehen von sehr sehr vielen Leuten, die sich insbesondere in den vorderen Reihen zusammenquetschten und einer nicht eingeschalteten Lüftung, versenkte ich im Ü&G meinen Norwegerpulli in einem Springbrunnen, der mit durchsichtigem Wasser gefüllt war. Dies merkte ich allerdings erst, als der Pullover schon einige Minuten unten (ohne seinen King) war. Die Vorband „18th Dye“ tat ihr Übriges, mir meine Nerven zu rauben. Wusste ich doch nicht, dass man noch mehr als Tocotronic schrammeln kann, das war auch kein Sound, man verstand überhaupt nichts. Dennoch: Dämlich kindische nervige Zwischenrufe wie „Aufhören“ stoppten die Vorband nicht. Die blonde Dame auf der Bühne sagte eh stets „nee“.
Für mich retteten Tocotronic dann definitiv den Abend. Auch wenn diese Band jetzt nicht so die großen Ansagen machte, kamen jedenfalls die gut an, die sie machte: „Das nächste Stück ist für Deutschland, für Hamburg und unseren Fan Ole von Beust – Aber hier leben, nein danke.“
Ich hätte mir mehr von diesen Ansagen gewünscht. Das Set kreuzte jedes Album, und ja, der gut gewählte Mix aus neu und alt besorgte es jedem zwischen 15 und 48. Von Jackpot, Hi Freaks, Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst (aus aktuellem Anlass) über Gegen den Strich und Letztes Jahr im Sommer war jeder TipTop Hit dabei und bei mir mindestens auch ein Gedanke an dekadente Politik und Studiengebühren. Ein oft übertriebenes „Vielenvielenvielenvielen herzlichen Dank“ der Band durfte nach fast keinem Stück und dessen Applaus fehlen. In einem Rundumblick erfasste ich: Freaks, die schweiß-kondenswassernass vor einer Bühne im puffigsten Licht der Welt ausrasteten. So blieb es nicht aus, dass die Band zweimal auf die Bühne zurückkehren musste, um insgesamt 5 Zugaben zu spielen. Der Abend: Auf jeden Fall ein Grund zu kommen, aber nicht, um sich zu beschweren.

Volker Stevens



Die Sterne (Alter Schlachthof, 20.04.2006 Lingen)

Einen Tag zuvor beschlossen wir, dass wir zum Sterne Konzert nach Lingen fahren. Ich freute mich tierisch, als ich erfuhr, dass wir bzw. Harm mit dem Auto hinfährt.
Leider bekamen wir keine Karten mehr im Vvk. Aber halb so wild. Für die Sterne gebe ich gerne mal 17€ aus. Hanna und ich liefen vor dem Konzert noch in die Innenstadt von Lingen und suchten dort eine Sparkasse. Wir fanden sie auch mit Hilfe eines Einheimischen. Ich muss schon sagen: Lingen ist echt eine schöne Stadt. Ich war zuvor noch nie dort.
Als Support sang die Tourpraktikantin „Gustav“. Hanna und Harm waren begeistert, doch meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Sie sang über Linz und die Polizei und wie alleine sie doch ist. Gustav spielte eine halbe Stunde.
Dann dauerte es nicht lange und die Sterne kamen auf die Bühne. Nun begann sich der „Alte Schlachthof“ auch zu füllen. Frank Spilker hatte nicht wie erwartet sein grünes Hemd an, dafür aber ein in Blautönen kariertes Hemd. Die übrigen Bandmitglieder sehen immer wahnsinnig klein neben dem Herrn Spilker aus. Ich schätze ihn auf mehr als 2 m.
Die Sterne begannen mit dem Lied „Alles sein Gutes“. Ein sehr sehr sehr gutes Lied, wie ich finde. Nach jedem Lied kam ein „Vielen Dank“ aus dem Munde Spilkers. Vor der Bühne bildete sich ein Halbkreis, wo Leute die tanzen wollten, ungestört tanzen konnten. Man merkte, dass das Publikum die alten Lieder bevorzugte. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass viele das neue Album noch nicht kannten.
Auf jeden Fall stieg die Stimmung und der „Mitsing-Faktor“ bei Liedern wie „Von allen Gedanken schätze ich doch am meisten die Interessanten“, „Was hat dich bloß so ruiniert“ oder auch „Widerschein“. Na gut „Aber andererseits“ riss das Publikum auch aus den jeweiligen Positionen. Ich fands sehr gut, dass ein Mix aus alten und neuen Liedern gespielt wurde. Schade ist immer, wenn Bands auf Konzerten oder Festivals, nur die neuen Stücke raushauen.
Als Zugabe gab es einmal das Lied „Der Tunnel“. Dieses wurde von einem jungen Mann aus dem Publikum vorgelesen. Noch eine Zugabe war „Bis neun bist du Ok“. Auch ein echt schönes Lied der Sterne. Danach war aber wirklich Ende angesagt. Das Licht ging an und es war zwecklos noch weiter auf eine Zugabe zu hoffen. Hanna und Harm fand ich nach dem Konzert draußen wieder. Hanna meinte zu mir, dass ihr „Gustav“ besser als „Die Sterne“ gefallen hätte. „Ich fand den Sound hinten besser“, sagte sie zu mir. Das kann ich ja nun wirklich überhaupt nicht unterschreiben. Aber muss ja auch nicht.
Nach einer Weile machten wir uns auf den Weg zurück nach Ostfriesland. Ich schlief im Auto, mit einem TKKG-Krimi in den Ohren, ein. Plötzlich waren wir auch schon in Leer. Ich wachte auf, als Harm mitten in der Innenstadt rumkurvte und wahnsinnig scharfe Kurven zog. Wir waren anscheinend eine Ausfahrt zu früh rausgefahren. Nun war er auf der Suche nach einer Tankstelle und etwas Essbarem. Wir drei hatten alle einen Bärenhunger. McDonalds hatte bereits zu und fast alle Tankstellen auch. Nur eine kleine (sie war wirklich sehr klein) hatte noch geöffnet. Davor standen ein paar Jugendliche mit Bier, oder ähnlichem, in der Hand. Sie sahen so aus, als wären sie alle zusammen in einer Mofagang.
Wir kaufen uns Snickers, Chips und Bifi. Danach fuhren weiter Richtung Aurich.
Die beiden ließen mich bei mir zu hause raus und ich fiel hundemüde in mein Bett. Morgen war Schule angesagt... Na das kann ja was werden.



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